Taiji Jinggong

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Taiji Jinggong

Taiji Jinggong, Taiji-Übung-in-Ruhe, ist eine besondere Methode des Sitzens-in-Stille (jingzuo), bei der besonders der Aspekt der Natürlichkeit, in Verbindung mit der Polarität von Yin und Yang, zum Tragen kommt. Die Methode lässt sich zwischen den Übungen in Ruhe und Youfagong (Methode der induzierten Bewegung) ansiedeln.
Den eigenen Bedürfnissen bezüglich Körperhaltungen und -bewegungen wird grösserer Raum gegeben, wodurch das Sitzens-in-Stille hinsichtlich der Natürlichkeit und des Yangsheng besonders unterstützt wird. Körper und Geist, Ruhe und Wachheit werden gemeinsam kultiviert.
Die Besonderheiten des Taiji Jinggong erschliessen sich aus einem Vergleich zwischen den Übungen-in-Ruhe mit strenger Anforderung an die Ruhehaltung des Körpers und Youfagong Methode der Induzierten Bewegung). Im Unterschied zu vielen Methoden des Jinggong ist beim Taiji Jinggong feine Bewegung erlaubt - im Sinne eines natürlichen Spiels der öffnenden und schliessenden Kräfte. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf die Ruhe, die Bewegungen dienen einem ausgewogenen Ruhezustand.

Der Begriff Taiji bezieht sich hier auf die Einheit, die Polarität und den Wandel von Yin und Yang - damit soll ausgedrückt werden, dass Veränderungen, auch als sichtbare körperliche Bewegungen zum Ausdruck kommen können.
Jinggong (Übung-in-Ruhe) ist ein allgemeiner Begriff für Übungen ohne körperliche Bewegung wie die verschiedenen Formen des Sitzens-in-Stille (jingzuo) oder Stehen-wie-ein-Pfahl (zhanzhuanggong), und ist in zahlreichen Namen von Übungsmethoden enthalten.

Kein Ding ist im Universum,
welches sich nicht bewegt.
Bewegung ist innere und äussere Bewegung,
Ruhe bedeutet Bewegung in der Ruhe.

Aus: Jiao Guorui. Qigong Yangsheng - Ein Lehrgedicht, ML-Verlag 1993, Spruch 55 u. 56.

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